Arbeitsgrundlagen

Schematherapie

Die Schematherapie wurde von Jeffrey Young (New York) auf der Grundlage der Verhaltenstherapie entwickelt. Sein Ziel war die Bearbeitung emotionaler Strukturen, die seit der Kindheit eingeprägt werden und unser Verhalten unbewusst beeinflussen bzw. steuern. Diese innovative Weiterentwicklung verbindet Elemente verschiedener Therapieschulen wie z.B.:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (Schwerpunkt auf Veränderung konkreter Probleme)
  • Tiefenpsychologie (Blickwinkel auf die biographische Verankerung aktueller Probleme in Erfahrungen aus der Kindheit und Jugend)
  • Gestalttherapie und dem Psychodrama (Fokus auf die Veränderung des emotionalen Erlebens)
  • Gesprächspsychotherapie bzw. humanistischen Therapie (Beachtung von unerfüllten menschlichen Grundbedürfnissen im Entwicklungsprozess).
     

Schematherapie verbindet Klärungs- mit Veränderungsarbeit mittels Einsatz emotions- und handlungsbezogener Techniken im Rahmen einer tragfähigen therapeutischen Beziehung. Nach Young charakterisieren drei zentrale Elemente die Schematherapie:

  • eine individuelle Fallkonzeption („Landkarte der inneren Welt“ des Patienten) und Therapieplanung, die auf das Schema- bzw. Modusmodell bezogen ist,
  • eine therapeutische Beziehung im Sinne einer begrenzten elterlichen Fürsorge („limited reparenting“) und empathischer Konfrontation,
  • der Einsatz erlebnisaktivierender Techniken (z.B. Imagination, Dialoge mit Stühlen), die auf die Fallkonzeption bezogen sind.
     

Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens bestimmte Muster wie sie körperlich reagieren, denken, fühlen und handeln. Diese Muster („Schemata“ oder auch Lebensfallen genannt) werden meist bereits in der frühen Kindheit angelegt. Sie beeinflussen unser Leben ganz entscheidend und wirken sich dadurch auch auf unser Selbstwertgefühl und auf unsere Beziehungsgestaltung aus. Schemata sind also verhaltenssteuernde, innere Strukturen, die neurobiologisch gesehen einen Verbund von Nervenzellen im Gehirn darstellen. Diese Verbindungen bilden sich bei dem Erleben von emotional bedeutsamen Ereignissen, wenn diese intensiv, lange anhaltend und/oder wiederholt auftreten. Ein solcher Zusammenschluss von Neuronen wird beim späteren Erleben eines ähnlichen Ereignisses (Reizes) dann schneller und leichter aktiviert. Bei lang anhaltender, starker emotionaler Erregung entsteht so ein „Muster“ im neuronalen Netz des Gehirns. Aus einem vorübergehenden Erregungszustand (Modus) kann sich dann ein bleibendes Schema entwickeln („Trampelpfad“). Dieses Muster prägt unser weiteres Erleben und Verhalten, das so immer häufiger und automatischer auftritt. Unsere Schemata steuern also auf diese Weise unbewusst unser Erleben und Verhalten. Bei der Bewältigung unsers Alltags verwenden wir eine nahezu unendliche Schemaansammlung.

In der Schematherapie liegt der Blickpunkt zunächst auf negativen emotionalen Schemata, die durch unangenehme, schmerzhafte Erfahrungen gebildet wurden und uns in „unpassenden“ Erlebens- und Verhaltensmustern gefangen halten.

Ziel der Schematherapie ist es, den Ursprung solcher Muster zu verstehen, ihre Wirkung auf die aktuelle Lebensgestaltung zu erkennen und sie schließlich verändern zu können. Damit schlägt die Schematherapie eine Brücke zwischen den persönlichen Problemen eines Menschen in der Gegenwart und den Entstehungsbedingungen in der Vergangenheit.

Verhaltensveränderungen erfordern den Aufbau neuer Schemata, die stärker wirken als die alten. Aber nicht nur der Aufbau von neuen Schemata ist zentral, sondern auch die Verbesserung der Selbstregulationsfähigkeit. Das ist notwendig, damit eigenständig während der Aktivierung des alten Störungsmusters in einen neuen Ordnungszustand gewechselt werden kann. Im Modusmodell erfolgt eine individuelle, auf den Patienten zugeschnittene Fallkonzeption. Jeder Stimmungszustand bzw. jede Phase von emotionalen Turbulenzen wird einem Modus aus der Fallkonzeption zugeordnet. Überwältigende, rasch wechselnde momentane Gefühle/Zustände werden so als Aktivierung alter Wunden verstanden und eingeordnet, dadurch entsteht Distanz zu dem scheinbar kaum auszuhaltenden, schmerzhaften Erleben. Ziel ist es, mit emotionalen Grundbedürfnissen in Kontakt kommen zu können und zu lernen, diese in erwachsener Weise zu befriedigen.

Akzeptanz- und Commitment-Therapie

Mit Stress und Wut neu umgehen lernen

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist eine moderne Verhaltenstherapie. Ihr Ziel ist es, die Klienten darin zu unterstützen, ein gutes Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.  Dabei lernen sie sich bewusst für Herzensangelegenheiten zu engagieren, statt ständig gegen unerwünschte Gedanken und Gefühle anzukämpfen. 

Sind wir nicht mehr damit beschäftigt bestimmte Erlebnisse wie Angst, Schmerz oder Trauer zu vermeiden, schaffen wir Handlungsfreiräume. Wenn wir eigene Schwächen, Fehler, Gedanken und Gefühle anerkennen, können Kräfte für andere Lösungen und neue Perspektiven frei werden.  Damit schaffen wir mehr Entscheidungsmöglichkeiten und können uns für unsere eigenen Vorstellungen engagieren. Unsere eigenen Lebensziele und –werte entwickeln und uns  von ihnen leiten lassen – das ist ein Kernelement der ACT.

ACT ist störungsübergreifend anwendbar (Depression, Angsterkrankungen, Abhängigkeiten, chronischen Schmerzen, Diabetes…) Besonders da, wo sich ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten entwickelt hat, ist ACT ein hilfreicher und sinnvoller Ansatz.    

Gesprächspsychotherapie

Was ist das eigentlich?

Die Gesprächspsychotherapie gibt es seit 1965 in Deutschland. Man nennt sie auch klientenzentrierte Psychotherapie. Ihr Begründer, Carl R. Rogers stellte 1942 fest: „Viele psychisch Belastete fühlen sich von allen missverstanden. Erst wenn ihnen durch andere das wiedergegeben wird, was sie empfinden, fühlen sie sich verstanden. Allmählich sind sie dann auch für eine Veränderung bereit". Diese Erfahrung hat Rogers in eine Psychotherapieform umgesetzt. Sein Ausgangspunkt war das sogenannte humanistische Menschenbild. Rogers ging davon aus, dass jeder Mensch danach strebt sich zu entfalten und zu wachsen. Weiterhin war er der Überzeugung, dass Menschen alles in sich tragen, was sie zur Lösung ihrer Probleme benötigen. Deshalb ist ein Hilfesuchender auch selbst in der Lage, seine persönliche Situation zu analysieren und Lösungen für seine Probleme zu erarbeiten. Der Therapeut leistet dabei Hilfestellung durch eine spezielle Fragetechnik. Die Klienten mit ihren Gefühlen, Wünschen, Wertvorstellungen und Zielen stehen im Mittelpunkt.

Was erwartet Sie bei einer Beratung durch einen Gesprächspsychotherapeuten?

Der Therapeut konzentriert sich auf den emotionalen Inhalt der Aussagen des Klienten. Er spiegelt das Gesagte mit andern Worten und verzichtete dabei auf eigenen Interpretationen und Bewertungen (aktives Zuhören). Dadurch ermöglicht er seinem Klienten eine erweiterte Wahrnehmung, die zu neuen Lösungsansätzen führt. In einer vertrauensvollen Atmosphäre kann der Patient angstfrei und kreativ an diesen Lösungen arbeiten. Dazu ist es erforderlich, dass der Therapeut auf eine besondere Weise auf seinen Klienten eingeht:

  • durch Empathie (einfühlendes Verstehen). Der Therapeut fühlt sich in die Probleme und die Weltsicht des Klienten ein. Er wiederholt und konkretisiert seine Aussagen und beschreibt Zusammenhänge in der inneren Welt des Klienten.
  • durch bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber der Person des Ratsuchenden mit ihren Schwierigkeiten und Eigenheiten.
  • durch Kongruenz also Echtheit in seiner Haltung gegenüber dem Klienten. Dies bedeutet, dass der Berater sich dessen, was er erlebt oder empfindet, deutlich gewahr wird, dass ihm diese Empfindungen verfügbar sind und er dieses Erleben in den Kontakt mit dem Klienten einbringt, wenn es angemessen ist.
     

Die Gesprächspsychotherapie ist eine eigenständige Therapieform, findet aber durch ihre „non-direktive“ Gesprächsform in der zwischenmenschlichen Kommunikation auch außerhalb der Therapie Anwendung.

Hypnose und Hypnotherapie

Hypnose ist ein modernes Therapieverfahren mit sehr langer Tradition.

Durch Hypnose wird ein veränderter Bewusstseinszustand (die sogenannte hypnotische Trance) erzielt, der von z.T. tiefgreifenden physiologischen und psychischen Veränderungen begleitet ist. Das therapeutische Potenzial dieses Zustandes wird u.a. durch die Möglichkeit verdeutlicht, akute Schmerzen zu unterbinden, so dass ein operativer Eingriff oder Zahnextraktionen ohne Anästhetikum möglich sind.

Hypnotherapie ist eine wirksame Therapieform, die sich bei der Behandlung unterschiedlicher Störungsbilder bewährt hat. Das wird durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Seit 2006 ist Hypnotherapie in Deutschland offiziell als eine wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Methode anerkannt.

Die moderne Hypnotherapie ist ein ressourcenorientiertes psychotherapeutisches Verfahren. Dabei wird das im Patienten vorhandene Potenzial an positiven Erfahrungsmöglichkeiten, Bewältigungsstrategien und eigenen Stärken mit hypnotischen Techniken aktiviert und zur Bewältigung körperlicher / psychischer Probleme genutzt. Die therapeutische Nutzung positiver Lebenserfahrung des Patienten wird auch mit Bezug auf den bekannten Hypnotherapeuten Milton Erickson als „utilisation“ (Nutzung) von Ressourcen bezeichnet. Hypnose kann eigenständig oder in Kombination mit anderen Therapieverfahren (z. Bsp. Verhaltenstherapie) eingesetzt werden.

Keine noch so gelungene Beschreibung dieser Therapieform kann eine persönliche Erfahrung ersetzten. Voraussetzung dafür ist allerdings auch eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung.

Anschrift
Helmut Meyer
Heilpraktiker
Wilhelm-Henze-Straße 2A
31020 Salzhemmendorf

 

Kontakt
Telefon: 05153 964879

Natürliche Lösungen

Psychotherapie in der Naturheilkunde

Praxis Helmut Meyer